Leineschaf Porträt  Gruppe von Lineschafen
Foto: Grothey  Foto: Grothey


Kennzeichen:

Frohwüchsiges, marsch- und widerstandsfähiges Landschaf mit sehr guten Muttereigenschaften. Langer, schmaler unbewollter Kopf mit zum Herabhängen neigende Ohren. Gewicht der Muttertiere zwischen  55-70 kg, die Böcke 100-115 kg.

Verbreitung:

Ursprünglich verbreitet im niedersächsischen Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover sowie im Eichsfeld. Von dem Verbreitungsgebiet entlang des Leineflusses wurde der Name Leineschaf abgeleitet.

Herkunft:

Zurückzuführen auf das schlichtwollige Rheinische Landschaf, das mit verschiedenen englischen Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts gekreuzt wurde.

Seit 1906 existiert ein einheitliches Zuchtziel. Bis 1937 hatte sich die Population des Leineschafes bis auf über 77.000 Tiere in ganz Deutschland vergrößert.

Eigenschaften und Leistung:

Das Leineschaf ist robust und sehr anpassungsfähig, verfügt über gute Aufzuchtleistungen und kann als Koppel- und Hüteschaf gehalten werden. Für ein Landschaf gut bemuskelt.

Die weiße, dicht gestapelte Schlichtwolle im Sortiment C beträgt 3,5 - 4 kg pro Jahr bei den Muttertieren.

Besonderheiten:

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden etwa 1500 Leineschafe als Reparationszahlungen nach Polen gebracht und blieben dort nahezu unverkreuzt bis in die Jahrtausendwende erhalten. Rückimporte aus Polen - 30 Zuchtböcke und etwa 70 weibliche Tiere aus der bis 2002 in Cerkwica noch vorhandenen staatlichen Zuchtherde - erreichten in der Zeit von 1993-1999 Sachsen und Thüringen, wo Leineschafzuchten des ‚ursprünglichen Typs’ wiederaufgebaut wurden. Einkreuzungen in Westdeutschland seit etwa 1965 mit den fruchtbareren Ostfriesischen Milchschafen und den fleischreicheren Texelschafen führten in Niedersachsen zu einem ‚neuen schwereren Typ’ des Leineschafes, welches dort zu den Fleischschafen gehört.

Bestand:

Leineschaf urspünglicher Typ Bestand 2013

 

Auch der ‚schwerere, neue Typ’ des Leineschafes im hannoverschen Zuchtgebiet gilt heute mit seinen 39 Böcken und 1.167 Mutterschafen (2011) als gefährdet. (Quelle: Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland – TGRDEU).

Herdbuch:

67 Böcke und 1.392 Mutterschafe (2013)

Gefährdungsgrad:

Kategorie I (extrem gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.

Gefährdungskennzahl:

147 GKZ ¹

 

Kontakt

 

 

Weiterführende Informationen:

¹ GEH-Gefährdungskennzahl GKZ, Ein verbessertes Einstufungsverfahren für den Grad der Gefährdung

Leineschaf  (aus: Online-Broschüre Schafe, Ziegen und Gebrauchshunde, GEH, 2008)

Leineschaf  (Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland)