(Fotos: B. Milerski)

 

 

Kennzeichen:

Die wetterharte, raschwüchsige Ente besitzt ein ledergelbes Gefieder mit hellem Untergefieder. Die männlichen Tiere unterscheiden sich von den weiblichen durch einen dunkelbraun gefärbten Kopf. Charakteristisch ist die halb aufgerichtete Körperhaltung der Orpingtonente, die auf die Verwandtschaft mit der Laufente zurückzuführen ist.

 

Herkunft:

Ende des 19. Jahrhunderts erzüchtete der Engländer William Cook die Orpingtonente. Wie bei dem Orpingtonhuhn benannte er die Rasse nach seinem Wohnsitz, dem Orpington-House bei St. Mary Cray (Kent). Zeit seines Lebens hütete William Cook das Geheimnis der Erzüchtung, heute scheint jedoch festzustehen, dass Cook Landenten, also in Europa entstandene Abkömmlinge der Stockente mit waagerechter Haltung und geräumigem Rumpf, wie beispielsweise Aylesbury- oder Schwedenenten, mit der aus Südostasien stammenden, aufrechtstehenden Laufente und weiteren Rassen kreuzte und daraus die Orpingtonente erhielt. Um 1900 begann man auch in Deutschland mit der Zucht. Bereits 1919 wurden bei einer Sonderschau in Leipzig 20 Exemplare ausgestellt.

 

Eigenschaften/Leistung:

Die Orpingtonente ist eine Zweinutzungsente, die einen guten, reichlichen Fleischansatz mit geringem Fettgehalt mit einer ansehnlichen Legeleistung verbindet. Die Orpingtonente erreicht ein Gewicht von 2,5 kg. Ein ausgewachsener Erpel kann 3 kg und mehr erreichen. Das Fleisch gilt als besonders zart und saftig. Auch die Eier zählen zu den schmackhaftesten unter den Enteneiern. Die jährliche Legeleistung besteht aus 80 Eiern, mit einem Mindesteigewicht von 70 g. Die sehr beweglichen Tiere sind manchmal etwas scheu und lassen sich gut in größeren Herden halten, die große Ausläufe futtermäßig gut ausnutzen. Orpingtonenten sind robust und solide, gelten allerdings als unzuverlässige Brüter.

 

Besonderheiten:

Die ledergelbe Farbe von Orpingtonenten ist spalterbig. Bei der Verpaarung von zwei ledergelben Tieren teilt sich die Nachzucht auf ca. 50 % ledergelbe Tiere, ca. 25 % reinerbig hellgelbe Tiere mit taubenblauem Kopf (im deutschen Standard nicht anerkannt) und ca. 25 % gelb-dunkelwildfarbige Tiere (ebenfalls nicht anerkannt) auf. Paart man diese hellen und dunklen “Fehlfarben” untereinander, erhält der Züchter nach dem intermediären Erbgang ausschließlich ledergelbe Jungtiere. Welche Färbung die Küken später zeigen, lässt sich bereits kurz nach dem Schlupf vorhersagen.

 

Bestand:

 

2016 setzte sich der Bestand aus 133 männlichen Tieren und 291 weiblichen Tieren zusammen.

 

Gefährdungsgrad:

Kategorie II (stark gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

 

Gefährdungskennzahl:

139,9 GFK 1

 

Kontakt