(Foto: Barbara Bank)


Herkunft und Verbreitung:

Nach schriftlichen Überlieferungen gibt es den Poitou-Esel schon seit dem 10. Jahrhundert. Die Erzeugung von Maultieren blühte vor allem im 13. und 18. Jahrhundert. Er wurde häufig zur Verbesserung bodenständiger Eselrassen in andere Mittelmeerländer und in die USA exportiert. Der Poitou-Esel wurde früher in weiten Teilen Südwest-Frankreichs gezüchtet. Heute gibt es nur noch wenige Reinzuchten in der Landschaft Poitou. Wichtige Zuchttiere sind seit vielen Jahren in Deutschland.

Merkmale und Eigenschaften:

Der Poitou-Esel gehört zu den größten Eselrassen der Welt. Das lockige Langhaar ist in der Regel kastanien- bis schwarzbraun, manchmal ins Gelbliche gehend. Auffallend ist die starke Behaarung der großen Ohren. Maul, Nase und Ohren sind silbergrau gefasst mit einem ins Rötliche gehenden Säumungsstreifen. Bauch und Innenseite der Schenkel erscheinen hell. Der kräftige Hals und die geraden Schultern tragen einen schweren, knochigen, langgezogenen Kopf. Der lange, gerade Rücken, die kurze Kruppe, die leicht hervorstehenden Hüfthöcker und die langen muskulösen Beine geben dem Esel einen knochigen Gesamteindruck. Das Stockmaß der Hengste liegt zwischen 140 und 150 cm, Stuten erreichen 130 bis 145 cm. Das Fleisch gilt als besonders schmackhaft. 

Die Rasse findet vorwiegend Verwendung in der Zucht von Maultieren, wurde in der Vergangenheit aber auch als Lastenträger und zur Feldarbeit herangezogen. Die aus der Kreuzung mit der Kaltblutpferderasse "Mulassier" entstehenden Maultiere werden sowohl in der Landwirtschaft als auch beim Militär eingesetzt. 

Besonderheiten:

Gemeinsame Erhaltungsbemühungen im Ursprungsgebiet sowie in zahlreichen Zoologischen Gärten. Hoher Schauwert.

Bestand:

Im Jahr 2009 waren in Deutschland 17 Züchter zugelassen, die eingetragene Poitou-Esel züchten. Der Bestand verteilte sich auf 17 A-Buch Hengste (davon 9 gekörte Hengste), 28 A-Buch Stuten, 30 B-Buch Stuten und 24 B-Buch Hengste. Aus züchterischer Sicht war das Jahr 2009 ein erfolgreiches Jahr, in dem 5 Fohlen geboren wurden, darunter 2 A-Buch Hengste. Insgesamt waren 99 Tiere eingetragen.

2013 gab es insgesamt 175 eingetragene Poitou-Esel in Deutschland, davon 8 Deckhengste und 16 Fohlen. Rund 50 Tiere sind nicht gekörte Hengste oder Wallache, da diese nicht zur weiteren Zucht geeignet sind.

Herdbuch:

Die Herdbuchführung erfolgt über die französische Organisation SARBAUD in Frankreich und die GEH in Deutschland. Das Herdbuch wurde 1995 geschlossen, darin nicht aufgenommene Tiere müssen eine andere Rassebezeichnung tragen.

Gefährdungsgrad:

Kategorie "Rassen aus anderen Ländern" in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.

Kontakt


Weiterführende Informationen:


Poitou -Esel

"Mythos Poitou"