Angorakaninchen Foto:Tanja Kraus Angorakaninchen  Foto: Dr. Manfred Golze
 Foto: Tanja Kraus  Foto: Dr. Manfred Golze

 

Kennzeichen:

Angora-Kaninchen sind Langhaarkaninchen, die auf Woll-Leistung gezüchtet wurden. Das Vlies ist sehr fein und muss regelmäßig ausgekämmt oder geschoren werden. Zuchtziel ist ein mittelgroßes Kaninchen mit guter Körperform und ausgeprägtem Rassetyp. Hierzu gehören neben der reichlich entwickelten Wolle die Büschelbildung an Kopf und Ohren sowie der Behang der Läufe. Neben dem weißen Farbschlag sind alle einfarbigen Farbvarianten zugelassen.

Herkunft:

Anfang des 18. Jahrhunderts gelangten Angora-Kaninchen aus der Türkei (Provinz Angora) nach Bordeaux, wo sie intensiv züchterisch bearbeitet wurden. Seit 1777 waren dann vor allem Albinos, zeitweise aber auch farbige Kaninchen in Deutschland verbreitet. Die seit 1934 eingerichteten Leistungsprüfungen trugen dazu bei, die Woll-Leistung der Kaninchen extrem zu steigern.

Eigenschaften und Leistung:

Angora-Kaninchen dienen zur Wollerzeugung und als Schlachtkaninchen. Sie sollen bei geringstem Arbeitsaufwand laufend reichlich Wolle eines hohen Gebrauchswertes erzeugen, futterdankbar und mastfähig sein und ausreichende Fruchtbarkeit mit gutem Aufzuchtvermögen vereinen. Der Wollertrag liegt bei bis zu 2 kg pro Jahr. Die Wolle wird vor allem zur Anfertigung von Thermowäsche eingesetzt. Das Gewicht der Tiere liegt zwischen 3,5 und 5,25 kg.

Besonderheiten:

Langhaarigkeit durch Mutation. Die Behaarung wächst unaufhörlich und muß regelmäßig geschoren werden. Das Wollhaar ist sehr dicht entwickelt, so dass der Haarboden (Fellhaut) voll bedeckt ist. Den Wert der Wolle bestimmt die Dichte der Unterwolle. Je dichter das Wollvlies, desto wertvoller ist das Tier. Die Wolllänge soll mindestens 6 cm betragen. Bei nicht geprüften Ausstellungstieren wird eine Mindestlänge von 3,5 cm verlangt. 

Bestand:

Der Bestand an Angora-Kaninchen weltweit ist sehr hoch, wobei sehr viele Kreuzungstiere auszumachen sind. Die Zucht der Angora-Kaninchen in Deutschland hat sich seit vielen Jahrzehnten durch klare Zuchtzieldefinitionen separiert und die Rasse muss als eigenständige Population betrachtet werden.

Anerkannte Zuchttiere im Jahr 2013: 233 männliche und 357 weibliche Tiere.

Gefährdungsgrad:

Kategorie II (stark gefährdet) in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.

Gefährdungskennzahl:

256 GKZ ¹

 

Kontakt

 

¹ GEH-Gefährdungskennzahl GKZ, Ein verbessertes Einstufungsverfahren für den Grad der Gefährdung