Kennzeichen

Hochbrutflugenten sind minimal größer als die wilde Stockente und haben einen bootsförmigen, gut abgerundeten, Körperbau mit langem Schnabel und gerader Stirn. Die Tiere besitzen lange Flügel und einen tiefen Stand. Der Erpel wiegt 1,5kg, die Ente wiegt mit 1,25kg wie bei allen Enten Rassen etwas weniger. Die Kennzeichnung sollte mit 12 Ringgröße erfolgen. Hochbrutflugenten kommen in allen anerkannten Farbschlägen vor, die im Rassegeflügelstandart anerkannt sind. Auch gibt es Tiere mit Haube wie bei den Landenten.

Herkunft

Hochbrutflugenten entstanden Anfang des 20. Jh. in Sachsen aus Verpaarungen wilder Stockenten und Landentenschlägen. Ein Blick in die Historie zeigt, dass die Wiege der Hochbrutflugenten in Blumberg/Sachsen auf dem Hof des Ortsrichters Günther stand. Nachdem er an seine Mastrassen zur Verbesserung der Fleischqualität einen Stockentenerpel verpaarte, begann die Nachzucht auf höher gelegenen Plätzen ihr Brutgeschäft zu verrichten. Den Sommer hindurch blieb die ganze Schar auf freiem Gewässer und erst im Herbst, als das Futter langsam knapp wurde, kamen alle wieder auf den Hof. Sie flogen nach Belieben ab, zeigten im Freien die Eigenschaften der wilden Stockenten, im Hof dagegen die Zutraulichkeit von Hausenten. Abbildend ihrer besonderen Eigenschaften wegen, nannte Günther sie einfach Hochbrutflugenten. Betreibt man einen zeitlichen Abgleich zwischen dem Werk von Baldamus/Beek und den Aufzeichnungen der Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht aus Halle an der Saale (Cröllwitz) mit ihrem damaligen Leiter Richard Römer, so kommt man auf 1902/03 als Geburtsstunde der Hochbrutflugenten. Römer war ein begeisterter Anhänger dieser neuen Rasse und er züchtete Hochbrutflugenten in vielen Farben, bevorzugte helle oder solche mit weißen Abzeichen – diese ließen sich im Freiflug besser von den wilden Stockenten unterscheiden. Silberwildfarbige, einfarbig gelbe, viele Latzvarianten und sogar blau-gelbe gab es lange bevor wir die Sachsenente kannten.

Verbreitung

Ganz Deutschland

Eigenschaften und Leistungen

Früher dienten Hochbrutflugenten häufig als Locktiere bei der Entenjagd. Sie sind in einer natürlichen Umgebung (wilde Gewässer) in der Lage, sich weitgehend selbst zu versorgen. Hochbrutflugenten brüten ihre 50g schweren leicht grünlichen Eier meist selbst aus. Der Name Hochbrutflugente leitet sich schlicht von der Angewohnheit ihre Gelege an erhöhten Brutplätzen anzulegen. Diese Eigenschaft ist allerdings nicht bei jeder Ente gegeben und hängt oft von dem eigenem Erbrütungsort ab. Nach dem Motto ,,wer hoch geschlüpft ist, brütet erhöht“. Die Mütter führen ihre Jungen sehr zu verlässlich und die Küken wachsen erstaunlich schnell. Hochbrutflugenten liefern nur einen kleinen Schlachtkörper, der allerdings in Geschmack und Saftigkeit den anderen Entenrassen in nichts nachsteht und sich sehr gut für Wildbret-Gerichte eignet.

Besonderheiten:

Hochbrutflugenten sind auf Grund des geringen Gewichtes, gut Flieger, gelten jedoch als sehr standorttreu. Lässt man den Tieren Freilauf so gehen sie auf

Bestand:

2016 wurden vom BDRG 591 männliche und 1115 weibliche Tiere der alten heimischen

Farbschläge in insgesamt 315 Zuchten erfasst.

Gefährdungsgrad

Kategorie: Beobachtung; lt. Roter Liste der GEH.

 

Kontakt

 

Weiterführende Informationen

Hochbrutflugente (Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland)